Kritik zumolto agitato
5.0/5
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''Das Beste kam zum Schluss - die (zugegeb'ner Maßen etwas künstlich vor sich her zitternde) Singschauspielerinnen-Stimme Valery Tscheplanowas meisterte kongenial ihre Partie der Anna 1 aus Weills Die sieben Todsünden; Nagano wählte die Fassung für 15 Spieler von HK Gruber und Christian Muthspiel, d.h. dass alle Chorpassagen dieses ca. halbstündigen Stücks von dem superb aufeinander abgestimmten Gesangsquartett gemeistert wurden.

Das definitive Finale des Abends bestimmte ein auf die Bühne fahrender Jeep, und das US-amerikanische Sternenbanner spielte auch eine leitmotivische Rolle - einmal fuhr es als überdimensionale und uns Zuschauer blendende Leuchttafel nach vorn, dann brannte es als Flagge lichterloh, um kurz darauf wieder als neu gekaufter Lappen hin und her geschwenkt zu werden. Und Kostümbildnerin Adriana Braga Peretzki steckte die Agierenden, wie stets bei Castorf-Produktionen, in amerikanisch aussehendes Tussi- oder Loser-Outfit.

Fazit von dem Allem: Der sog. amerikanische Traum (in Zeiten von Corona und besonders unter Trump) ist illusorisch ergo scheiße!!!'' schreibt Andre Sokolowski am 6. September 2020 auf KULTURA-EXTRA
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