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beeindruckende Bandbreite der Choreographien aus der Isolation
  · 05.09.20
Diese „Choreographien aus der Isolation“ bieten eine erstaunliche Bandbreite: Ross Martinson erzählt in seinem komödiantischen Solo „The Zero“ vom Individuum, das ganz auf sich zurückgeworfen ist. In „LOve distaNT“ verhandeln Marco Arena und Vivian Assal Koohnavard mit Seilen, wie viel Nähe die Corona-Regeln zulassen und wie viel Abstand notwendig ist.

Für das Finale hat Johnny McMillan mit sechs Kolleg*innen „Parliament“ einstudiert: eine Masse wogender, ekstatisch zuckender Körper im Stil von Sharon Eyal, aber auf die Corona-Zeit übersetzt: Jede*r einzelne ist für sich, isoliert.

Ein Glücksfall für das Staatsballett Berlin ist, dass – genauso wie bei der Compagnie Toula Limnaios – einige Ensemble-Mitglieder im selben Haushalt zusammenleben. So waren in beiden Fällen einige mitreißende Passagen möglich, die ganz auf Corona-Abstand verzichten können. In „Waves of Flesh“ erzählen Dana Pajarillaga und Lukas Malkowski, wie sie gemeinsam als Paar die Zeit des Lockdowns durchlebten.

Als Momentaufnahme nach den ersten Premieren der Berliner Corona-Spielzeit bleibt folgender Eindruck: In den Sprechtheatern wurde spürbar, wie eng das Korsett der Corona-Regeln sein kann. Einigen Abenden war deutlich anzumerken, dass sie verzweifelt nach Auswegen suchten, wie die Pr-Corona-Plänte trotz der ungewohnten Abstandsregeln umgesetzt werden können. Das endete z.B. in vorproduzierten Videos, wirkte manchmal hölzern und leblos.

Zum Auftakt der Tanz-Saison war wesentlich mehr Lebendigkeit und Spielfreude zu spüren. Mit den Corona-Regeln gingen die Tänzer*innen entweder offensiv-ironisch um oder sie waren gar nicht relevant, da die Akteur*innen liiert sind oder in einer WG leben. In den besten Momenten dieser Tanz-Abende schien Corona plötzlich ganz weit weg und kein Thema mehr zu sein.

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