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Abseits des Snobismus
  · 09.08.20
''Die Inszenierung von Helmut Vitzthum überrascht nicht durch eigenwillige Regieeinfälle oder durch eine völlig neue Sicht auf das bekannte Stück. Nur wenn sich Demetrius und Lysander den jeweiligen weiblichen Partnern gegenüber „auf ewig verbunden“ fühlen, schmeißen diese den Freiern ihre Kleider vor die Füße und hauen ab: So glücklich ist diese Verbindung wohl nicht. Die Aufführung profitiert vom idyllischen Ambiente im umwaldeten Hof des kleinen Schlosses und benötigt nur Andeutungen eines Bühnenbilds. Die Mimen kommen ohne Mikroports aus und sind dank ihrer lobenswerten Sprechtechnik gut verständlich. Die Elfenwelt steht mit ihren fantasievollen Kostümen im nachdrücklichen Gegensatz zur heutigen Welt des Theseus und der Hyppolita sowie der jungen Liebenden, die mit Liegematte und Schlafsack in den Wald flüchten. Oberon sieht aus wie ein Varietédirektor, und Puck, der sich von hinten, aus der Baumgruppe, an die Akteure auf der Bühne anschleicht, trägt ein Latex Korsett und eine Fliegerhaube mit Brille.

Der Regisseur musste für den erkrankten Darsteller des Zettel einspringen und genießt offenbar, dass er, wenn auch nicht den Löwen, den Pyramus spielen darf. Und was lehrt uns dieser abendliche Ausflug an den Mattsee? Nicht die geschmähte „Hochkultur“ ist das Problem der Salzburger Festspiele. Ihr elitärer Snobismus ist es.'' schreibt Thomas Rothschild am 7. August 2020 auf KULTURA-EXTRA
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