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Potenzial einer satirischen Farce nicht ausgeschöpft
  · 28.06.20
Jonathan Kempf und Jan Bülow, die gemeinsam an der HfS Ernst Busch studierten, imaginierten sich in die fiktive Liebesgeschichte von zwei Promis, die einen steilen Karriereknick hinter sich haben: Winona Ryder war ein gefragter Hollywoodstar in den 1990ern, liiert mit Johnny Depp und mehrfach für einen Oscar nominiert. Als sie 2002 wegen Ladendiebstahls erwischt wurde, war ihre große Zeit vorbei, auch wenn sie mit der Netflix-Serie „Strange Things“ wieder auf sich aufmerksam machte. Noch umstrittener ist ihr Partner: Hans-Georg Maaßen machte sich an der Spitze des Bundesamts für Verfassungsschutz unmöglich, brachte die Koalition mit seinen umstrittenen Äußerungen fast zum Platzen, musste schließlich selbst gehen und geistert als Stichwortgeber der AfD durch den rechten Rand des politischen Diskurs.

Die Idee, aus der unwahrscheinlichen Liebe von Ryder und Maaßen, eine satirische Farce zu machen, hat Charme. Ein hübscher Einfall war auch, dass sich Elisa Plüss als nervige Tante Elly in breitem Schwyzerdütsch einmischt und ihre Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlässt. Aber der 45 Minuten kurze Sommertheater-Abend bleibt zu sehr Skizze, das komische Potenzial des Plots über die Beziehungsprobleme des Paares, das nach Göttingen geht, um dort Physik zu studieren, wird nicht ausgeschöpft.

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