2.0/5
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Anstrengung und Abstand
  · 16.06.20
''Der Zauberer von Oz wird gerne mit der legendären Judy Garland, Hauptdarstellerin des Musicals von 1939, in Verbindung gebracht. Renée Zellweger erhielt für ihre Darstellung der Judy Garland in der Filmbiografie Judy (2020) im Februar einen Academy Award. In der Kölner Theaterinszenierung wird die Person Garlands thematisiert und grob entmystifiziert. Es wird ausgerufen, sie habe zuletzt „Over the Rainbow“ nur noch des Geldes wegen gesungen. „Blut ist im Schuh“ wird einstimmig gerufen. Denn Garland war drogenabhängig und starb im Alter von 47 Jahren an einer Überdosis.

Die jungen Darsteller zeigen, wie in Tom Müllers Inszenierung von R.W. Fassbinders Tropfen auf heiße Steine nackte Haut, sind laut und unflätig. Und weil Frank Casalis Figur meint, er habe als Kind schon glänzen wollen und damit bei seiner Mutter keine Reaktion hervorlocken können, hat sich die Regie zu guter Letzt etwas Besonderes einfallen lassen. Im hautengen goldfarbig schimmernden Bodysuit rutschen die Darsteller gegen Ende vielfach durch Seifenlauge.

Videoeffekte, Komik, Slapstick, Hüpfakrobatik, Assoziationen, direkte Ansprache an das Publikum und andere szenische Einfälle reihen sich ambitioniert aneinander. Es wird viel in Der Zauberer von Oz hineingepackt. Doch es fehlt an Kohärenz und Klarheit. Augenblicksartige schauspielerische Glanznummern verdienen nichtsdestotrotz Anerkennung. Die Poesie des Märchens kommt in der überbordenden Collage schlussendlich etwas kurz.'' schreibt Ansgar Skoda am 16. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA
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