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Holzschnittartiges Depressionstheater
  · 02.05.20
Der Text von Alice Birch, der 2017 am Royal Court Theatre in London uraufgeführt wurde, ist eine Parallel-Montage der drei Frauen-Schicksale: ein bleiernes und düsternes Drama, das wie bei Sarah Kane in die Abgründe der Verzweiflung, aber ohne die wütende „In-Yer-Face“-Drastik des 90er Jahre-Theaters von Kane oder Mark Ravenhill.

Auffällig ist, dass Katie Mitchell diesmal auf den Live-Video-Einsatz verzichtet, der sich in den vergangenen Jahren zu ihrem Markenzeichen entwickelte.

Der Mitschnitt von der Generalprobe im Oktober 2019 verharrt in der Totalen und hat alle drei Geschichten, die parallel ablaufen, im Blick. Das Ergebnis ist ein düsteres Grundrauschen, das sich zäh und sehr eindimensional dahinschleppt. Wie ausgebremst agieren die drei Hauptdarsteller*innen, stellte Katrin Ullmann in ihrer taz-Premierenkritik treffend fest. Auch mit ihrem Vorwurf, dass der Text nicht über „holzschnittartige Reißbrettpsychologie“ hinauskommt und in seiner eigenen Düsternis ertrinkt, trifft sie meiner Meinung nach ins Schwarze.

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