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Blade Runner trifft Weihnachtsevangelium
  · 31.03.20
„The End. Eine Replikantenoper“ ist ein sehr ungewöhnlicher Theaterabend, der trotz des statischen Settings, bei dem sich die Spieler*innen nicht von der Stelle bewegen, die Leichtigkeit einer experimentierfreudigen Studio-Inszenierung hat. Der Bremer Hausregisseur Rothenhäusler trieb sein aus früheren Inszenierungen wie „Trüffel Trüffel Trüffel“ bekanntes Stilprinzip, dass das Ensemble neben einander aufgereiht ist, diesmal auf die Spitze. Während sich seine Spieler*innen bei der unterhaltsamen Münchner Farce einander zuwandten, richten die Androiden den Blick immer starr geradeaus ins Publikum. Mit verfremdeten Stimmen und todernst-regloser Miene sprechen sie den anspielungsreichen Text.

Wie funktioniert der Abend im Stream? Als Live-Erlebnis in der Studioatmosphäre des Kleinen Hauses wirken der prasselnde Regen, die durchnässten Spieler*innen und der von den Wassermassen beschädigte Vorhang sicher wesentlich intensiver als in der abgefilmten Version. Im Stream kommen jedoch die Zooms auf die reglosen Gesichter des monoton sprechenden Ensembles gut zur Geltung. Auch die mehrfach eingesetzten Überblendungen zwischen Spieler*innen und Musikern sind ein interessante, eine leicht surreale Atmosphäre hervorrufende Stilmittel.

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