Kritik zuPretty Woman
4.3/5
Bewertungen: 3
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Wahre Liebe kennt keinen Grenzen und schafft es, sowohl religiöse als auch gesellschaftliche Hindernisse zu überwinden. Dies faszinierte auch ein Millionenpublikum im Jahr 1990 an dem Film „Pretty Woman“, in dem sich die Figuren von Richard Gere und Julia Roberts trotz aller Hindernisse die ewige Liebe schworen. 30 Jahre nach dem Kassenschlager an den Kinokassen läuft im Stage Theater an der Elbe in Hamburg die Musicalversion des Films, in dem wir alle von Julia Roberts' Lachen verzaubert wurde.

Und das Musical konnte nur gut werden. Schließlich führt bei dem Musical mit Jerry Mitchell, dem Regisseur auch beim Erfolgsfilm, ein zweifacher Tony Award-Gewinner Regie. Am Samstag, den 7. März 2020, wurde ich mal wieder Zeugin der außergewöhnlichen Liebe zwischen Vivian und Edward im Beverly Hills der späten 80er-Jahre.

„Pretty Woman“ handelt vom erfolgreichen, gutaussehenden und reichen Geschäftsmann Edward Lewis. Dieser will nur nach dem Weg zu seinem Luxushotel in Beverly Hills fragen und trifft dabei zufällig die hübsche und nicht auf den Mund gefallene Prostituierte Vivian Ward. Edward bucht Vivian für eine Woche. Diese Woche verändert das Leben der beiden und lässt ihre Liebe zueinander aufblühen. Doch die unterschiedliche Herkunft des Paares stellt es immer wieder vor große Probleme. Schaffen es Vivian und Edward, trotz aller Hürden ein gemeinsames Leben aufzubauen?

Hanna Mall, vielen aus dem Musical „Doktor Schiwago“ bekannt, hatte eine sehr schwierige Rolle. Schließlich musste sie in die Fußstapfen der einzigartigen Julia Roberts treten. Doch Mall gelingt die Interpretation der Vivian Ward erstaunlich gut. Auch die Musical-Version dieser Figur ist eine aufgeweckte junge Frau, die jeden nicht nur durch ihr hübsches Aussehen, sondern auch durch ihre erfrischende Art in ihren Bann zieht – so auch ihre große Liebe Edward Lewis. Hanna Mall überzeugte mich dabei mit ihrem Gesang und ihrem Schauspiel.

Edward Lewis ist nicht nur gutaussehend, sondern auch sehr reich. Diesen Reichtum hat er auch seiner beruflichen Skrupellosigkeit zu verdanken. Beim Aufkaufen von großen und von der Insolvenz betroffenen Firma ist er nicht an den Schicksalen der einzelnen Mitarbeiter, sondern nur an dem Profit interessiert. Dies ändert sich jedoch, als Edward der Vivian begegnet, die ihre Meinung zu seinen Geschäften offen sagt. Durch sie entdeckt er seine empathische und positive Seite und zum ersten Mal auch, was es heißt, jemanden aufrichtig zu lieben.
Seit dem 23. Februar 2020 spielt Mathias Edenborn, der allen Musicalliebhabern aus dem Musical „Tanz der Vampire“ bekannt ist, die Rolle des Edward Lewis. Mit seiner authentischen Darstellung der Figur und seinem starken Gesang hat er mich an dem Abend begeistert.

Ein großer Gewinn für die Musicalproduktion ist auf jeden Fall die Musicaldarstellerin Piek van der Kaaden, die die temperamentvolle Prostituierte Kit de Luca spielt. Kit de Luca feiert gerne und ist Vivian gegenüber eine loyale Freundin. Sie entscheidet sich dank des Zusammentreffens zwischen Vivian und Edward auch dazu, etwas aus ihrem Leben zu machen. Die rockige und ausdrucksstarke Stimme von Piek van der Kaaden hat mich mitgerissen und ich hoffe, dass ich von der Musicaldarstellerin noch viel sehen werde.

Auch eine gute Besetzung stellt Marco Heinrich in seiner Rolle des Hotelmanagers Mr. Thompson dar. Mr. Thompson ist immer für Vivian da und gewinnt nicht nur Vivians Herz mit seiner positiven Art. Das hat Marco Heinrich gut umgesetzt.

Die Rolle des skrupellosen und machtgeilen Anwalts scheint Nigel Casey wie auf den Leib geschnitten zu sein. Schon als Anwalt Billy Flynn in dem Musical „Chicago“ erfreute er das Publikum.
Das gelingt ihm auch mit seiner Darstellung des Antagonisten Philip Stuckey in dem Musical „Pretty Woman“. Philip ist nicht an der Freundschaft mit Edward, sondern nur an den Aufträgen interessiert.

Eine weitere grandiose Besetzung ist die des Hotelpagen Giulio. Johnny Galeandro machte aus dieser kleinen Rolle etwas ganz Großes und brachte das Publikum durchgehend zum Lachen. Zurecht bekam der Darsteller am Ende einen sehr großen Applaus.

Zum Glück schaffte es meine Lieblingsszene aus dem Film „Pretty Woman“ auch in das gleichnamige Musical. Auch diesmal kamen mir bei Vivians und Edwards Besuch der Oper „La Traviata“ die Tränen. Eine wunderschöne Gegenüberstellung zwischen dem Gesang der Hauptdarsteller und dem Operngesang!
Die bezaubernde Schlussszene aus dem Film wurde im Musical mit der Bank als Pferd wunderbar gelöst.
Überhaupt ist der blitzschnelle Wechsel zwischen den Schauplätzen dem Bühnenbildner David Rockwell sehr gelungen. Der große Eingangsportal des Hotels, das elegante Penthouse mit der berühmten Badewannenszene – alles findet sich auch in dem Musical wieder.

Einer der Gründe, warum ich unbedingt das Musical „Pretty Woman“ sehen wollte, war die Tatsache, dass die Musik und die Songtexte von dem Grammygewinner Bryan Adams stammen. 21 Songs wurden von Bryan Adams und Jim Wallance für das Musical geschrieben. Viele der Lieder berühren das Herz der Zuschauer (und Zuhörer), andere Lieder sind hingegen rockig.
Der Dirigent Anday Rodriguez Toledo und die Band (nicht Orchester) interpretierten sehr gut die Musik von Bryan Adams an dem besagten Abend.

Mein Fazit: Das Musical „Pretty Woman“ wird jeden Liebhaber des gleichnamigen Films glücklich machen. Fast jede Filmszene kommt genauso im Musical vor. Die Besetzung der großen und vor allem der kleinen Rollen ist sehr geglückt. Und am Ende kommt auch in der Zugabe unser geliebtes „Pretty Woman“-Lied. Bis zum 8. November 2020 läuft „Pretty Woman“ noch im Stage Theater an der Elbe in Hamburg.

Text © E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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