Kritik zuThe West
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Bunter Reigen kultureller Aneignung und westlichen Kulturimperialismus
  · 27.02.20
''Überhaupt werden hier Geschlechterklischees witzig vorgeführt und wieder in Western-Sketchen oder nachgespielten Szenen aus lateinamerikanischen Telenovelas ad absurdum geführt. Wie im Palast gibt es auch in dieser Produktion eine TV-Quiz-Show, in der nach Herkunft oder Art von Musikrichtungen oder Interpreten gefragt wird. Bastian Trost, Gaststar vom bekannten Performance-Kollektiv Gob Squad, gibt den männlichen Besser-Wessi und Erklärbär zu den „Cancionero de Palacio“ und weiß auch über die Transformation des Rugga-Muffin-Hits Informer von Rapper Snow durch die Musik-Kulturen der Welt von Schweden über Indien bis zum Balkan zu berichten. Selbstironisch nimmt man Fälle kultureller Aneignung in der westlichen Theaterszene auf die Schippe. In einer kurzen Szene gibt es sogar einen kleinen Seitenhieb auf Thalheimers Katzelmacher-Inszenierung im BE.

Das alles wird live intoniert oder per Video eingespielt. Einen weiteren Exkurs gibt es zu den in den der DDR sehr populären Freizeitindianern. Ein Fest für die Augen und Ohren sowie der kulturellen Vielfalt, der die Auswirkungen westlichen Kulturimperialismus zeigt, wie auch die Vernichtung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas als Play-Mobil-Figuren-Fight nachstellt, oder die Geschichte der Kolonisation des sehr spirituellen Volks der Xhosa aus Südafrika erzählt und Latina-Pop-Diven wie Jennifer Lopez parodiert, bis eine allgemeine Zombiefizierung und gegenseitige Infizierung einsetzt. Damit aber trotz der etwas zu ausufernden drei Stunden auch bestes Entertainment liefert.'' schreibt Stefan Bock am 27. Februar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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