2.6/5
Bewertungen: 11
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Prinz Friedrich von Homburg: Das Grand Final Peymanns
  · 05.06.17
Peymanns Inszenierung vom Homburg - zweifellos ein Meisterwerk der Weltliteratur - ist großartig. Entzückend, wie am Anfang und am Ende des Stücks dieser sich fest im Schlafe befindende Prinz auf einem Seil balanciert, die immer höher steigt - wohl eine Anspielung auf Homburgs hohe Träume von Glanz und Ruhm? Alles hat nur zwei Farben - schwarz und weiß -, nur das schrille Grün des Lorbeerkranzes sticht hervor.
Alle Schauspielerinnen und Schauspieler leisten Hervorragendes und einige Momente rühren bis zu Tränen, etwa die Szene, wo Homburg kniend vor der Kurfürstin sich verzweifelt, weint und zittert und fötale Positionen annimmt.
Gut ist es, den Text dieser Aufführung mit den Änderungen zur Verfügung zu stellen, damit das Publikum sehen kann, was gestrichen und was gerettet wurde. Wer das Stück gut kennt, der mag wohl am Ende ein wenig gelitten haben. Der Satz über die Nelke (Ich will zu Hause sie in Wasser setzen) ist zum Beispiel ein sehr wichtiger. Denn darin steckt ein zentraler Aspekt dieses Werks: Homburg wird hingerichtet und gibt seine ganze Hoffnung nicht einmal in diesem Augenblick auf - er ist sicher, dass er später nach Hause wird.
Das Ende ist merkwürdig. Zwar ist es beruhigend, dass die berühmte Frage (Ist es ein Traum?) auch beantwortet wird (Ein Traum - was sonst?). Jedoch bleibt der Prinz auf dem Seil stehen und fängt an, zu zucken und zu krampfen, als wäre er tatsächlich erschossen worden. Und er bleibt auf diesem Seil. Ganz oben. Alleine mit seinem Ruhmtraum. Was ist passiert?
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