4.0/5
Bewertungen: 1
Rezensionen: 1
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Von Rekonstruktion zu Imagination und spekulativer Illusion
  · 19.02.20
''Aus der vermeintlichen Nacherzählung oder Rekonstruktion eines Lebens wird ein Schlingern in eine Zwischenwelt, in der das Davor und das Danach zur gleichen Zeit existieren. Aus der Welt des Konkreten und Greifbaren sind sie in eine Welt der Imagination hinübergewandert und warum soll es dort nicht Geister geben, vielleicht die Geister der Toten?! Und so wird dieser Abend zu einer Fantasie über den Tod, über das, was von einem Menschen übrigbleibt, wie man von ihm erzählen kann und wie diese Erzählung zu einer spekulativen Illusion wird, die der Wahrheit genau so nah und fern sein kann, wie ein Erzählen von Fakten.

Am Ende wird dann ein Schlagzeug aufgebaut, Mini-Synthesizer, Mikrophone und Martin Hansen, Xenia Taniko und Brandon Johnson am Bass, der zuvor raunende Elektroklänge in den Raum geschickt hat, sie alle ziehen 80er Jahre Punk-Klamotten an und los geht’s. Dass Martin Hansen, Anfang bis Mitte 30, immer sehr auffälliger Tänzer in vielen Berliner Produktionen, so gut singen kann, war bislang nicht bekannt. Und endlich gibt es mal wieder harten Punk in einer Tanzperformance. "Hello from the other Side" singt er und der Punk wird zum Bindeglied zwischen Diesseits und Jenseits. Ein beeindruckend phantasievolles Stück, von einem dichten Netz aus Ideen, Assoziationen und starken Performance-Aufritten getragen, über die gesamte weite Wanderung in den 80 Minuten sehr faszinierend.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
War die Kritik hilfreich?