4.0/5
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Abrahams Werken fehlt es nicht an Qualität
  · 23.12.19
''Gast-Star Zazie de Paris gehört – als transsexuelle Tänzerin und Ex-Stripperin – seit den großen Tagen von Peter Zadek zum heiligen Inventar der Berliner Szene. Als Madame Cliquot (rundheraus: Veuve Cliquot) ist sie mit grünem Strass und dunkelgrünen Federboas ausstaffiert wie ein Berliner Weihnachtsbaum. Eine elegante Puffmutter der Nation – wie schön! Zazie de Paris hat genau zwei Gesten und drei Töne. Die aber sitzen! Sie ist damit ein Hauptgewinn. Die Hauptrolle dagegen ist sensationell gut besetzt mit der südkoreanischen Sopranistin Hera Hyasang Park: zerbrechlich und charismatisch vom gebrannten Seitenscheitel bis zu den Lotusfüßchen. Großartig! Auch sonst muss man zugeben: Ein Hoch auf ein Haus, dass selbst das Buffo-Paar mit Talya Liebermann und Dániel Foki besetzen kann. Letzterer mit ordentlichem Gulaschsaft im Tenor.

Damit ist die Paul Abraham-Serie an der Komischen Oper (mit "Ball im Savoy", "Roxy und ihr Wunderteam" etc.) nun zu Ende. Dieses Werk ist gewiss besser als man es sieht. Den Haupthit "Ohne Liebe kann ein Herz nicht glücklich sein" pfiff ich noch vor mich hin, als ich schon wieder zuhause war. Der andere "Ich möcht so gern dich küssen / Doch weiß ich noch nicht wo" ist sogar reichlich anzüglich. Allen Werken Abrahams fehlte es nicht an Qualität, sondern nur an Protagonisten, die sie nach 1933 hätten berühmt halten können  - als dieser Faden abriss. Die Reihe mit Operettenausgrabungen wird ab 2020 fortgesetzt mit Werken von Jaromir Weinberger. Weiter so.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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