Kritik zuLulu
3.0/5
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Intelligentes Meta-Theater zu angestaubter Vorlage
  · 21.12.19
In ihren besten Momenten, nämlich immer dann wenn die Spielerinnen aus dem „Lulu“-Plot aussteigen und eine Meta-Ebene einziehen, wird Bastian Krafts „Lulu“ zur intelligenten Reflexion über #metoo, den männlichen Blick, der Frau zu Lolita-Objekten degradiert, und über die Rolle der Zuschauer*innen im Publikum.

Das klingt auf den ersten Blick verkopfter als es tatsächlich ist, denn Kraft hat nicht nur drei spielfreudige Lulu-Darstellerinnen zur Verfügung, die sich auch gleich noch alle Männer-Rollen teilen. Er setzt auch zur Auflockerung vorproduzierte Drag-Videos von Kevin Graber ein, die raffiniert mit dem Live-Spiel auf der Bühne interagieren.

Wann immer der Abend aber die Meta-Ebene verlässt und pur auf Frank Wendekinds „Lulu“ zurückgreift, wird sehr deutlich, wie verstaubt und aus der Zeit gefallen der Text ist, der Ende des 19. Jahrhunderts erschien. Bei Pucher an der Volksbühne geriet das zum Fiasko und auch Krafts Inszenierung wird in diesen Passagen, in denen die „Lulu“ nachgespielt wird, zäh und langatmig.

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