Kritik zuFINAL FANTASY
1.5/5
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Belanglos
  · 15.12.19
''Den klassisch schwülstigen Text (Übersetzung: Peter Torberg und Christine Hoeppener) konterkarieren die glitschig wirkenden Alienkostüme. Zwischen den Szenen werden Videos von kopulierenden Alienkörpern und andere wie Froschleich aussehende Bilder auf einen Gazevorhang projiziert. Der religiöse Eiferer Jochanaan (Simon Mantei) ist mit durch Voice-Changer verzerrter Stimme aus dem Off zu vernehmen. Das ergibt eine zwar recht düster artifizielle Ästhetik, wie man sie auch von Ersan Mondtag kennt, hat aber auch etwas bedingt Komisches, wenn der von Salome (Teresa Schergaut) begehrte Täufer wie beim Sado-Maso-Spiel am Gängelband geführt und mit der Peitsche traktiert wird, oder einer der Aliens sich wie Krieg-der-Sterne-Roboter C-3PO bewegt.

Final steht Salome dann mit dem Haupt des Täufers in der Gruppe der staunenden Aliens. So weit kann es gehen mit den Trieben. Der Sinn des ganzen Fantasy-Märchens erschließt sich aber kaum, wären da nicht noch zwei eingeschobene Fremdtexte. Die Aliens lesen in einem Buch über die Frau als sexuell sündhaftes Wesen und Verführerin in der Weltliteratur und abendländischen Geistesgeschichte (Text: Elisabeth Fenzel). Die Schauspielerin Maria Walser, im Stück auch als Trägerin der ständig angeschmachteten Mondsichel unterwegs, spricht dann noch sogenannte eigene „Mondtexte“. Aufgesetzte Bedeutungshuberei für eine ansonsten enttäuschend belanglose und selbst in nur 80 Minuten ermüdende szenische Versuchsanordnung, die für eine studentische Studioproduktion noch angehen mag. Letztendlich will sich das angekündigte Kuriosum der Lust in diesem sterilen Kunstsetting nicht wirklich einstellen. Demnächst auf der großen Bühne muss Lucia Bihler dann doch schon wesentlich mehr zeigen.'' schreibt Stefan Bock am 14. Dezember 2019 auf KULTURA-EXTRA
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