2.9/5
Bewertungen: 8
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Melodramatisches Schollendrama mit Hang zu emotionalem Pathosfuror
  · 08.12.19
''Wir sind an Brechts alter Wirkungsstätte, dem Berliner Ensemble. Also beste Voraussetzungen, möchte man meinen. Der Regisseur heißt Michael Thalheimer, ein Garant für machtvolle Überwältigungsdramaturgie, bei der es zumeist blutig brüllt und düster wummert. Bert Wredes Sound gibt auch hier den Ton an. Er tat es schon, als 2001 Martin Kušej am Wiener Burgtheater Schönherrs Stück wieder ausgrub, in den Dauerregenmatsch stellte und damit prompt zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Am BE nun ist es fast erwartungsgemäß ebenfalls recht düster. Ein quaderförmiger, mit Metallplatten verkleideter Monolith ragt in den Bühnenhimmel. Davor spielen sich die nur sparsam durch seitliches Schlaglicht beleuchteten Szenen von Schönherrs Dreiakter ab. Der Autor hat den letzten erzwungenen Walkout der Tiroler Protestanten von 1837, der ihm Inspiration für das Stück war, in die Zeit der Gegenreformation gegen Ende des 17. Jahrhunderts verlegt. Das kommt noch wesentlich archaischer daher und hat mit den Verdikten des erzkatholischen Kaisers Ferdinand II. zur Austreibung der ketzerischen Falschgläubigen wesentlich mehr dramatisches Potential. Ein finsteres Stück aus abgelegenen Zillertaler Bergschluchten. Genauso wird es von Thalheimer auch inszeniert.'' schreibt Stefan Bock am 7. Dezember 2019 auf KULTURA-EXTRA
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