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„TKKG“ live: Das unheimliche Dorf
  · 03.12.19
Im Deutschen Theater in München waren am 2. Dezember 2019 vier beliebte Charaktere zu Gast: Sascha Draeger, Tobias Diakow, Manou Lubowski und Rhea Harder.
Aber wer ist das nun? Na klar, zumindest spätestens, wenn man sie sprechen hört: Tim, Karl, Klößchen und Gaby – besser bekannt als TKKG.

Schauspieler und Synchronsprecher Sascha Draeger ist zusammen mit Manou Lubowski schon seit 1981 als Synchronsprecher für das Jugendhörspiel tätig und beide sind nicht mehr wegzudenken aus dem Quartett als Tim und Klößchen. Seit 2009 ist Rhea Harder als Gaby zu hören. Jüngster Zulauf im Team ist Tobias Diakow - seit 2016 als Karl. Der Kenner wird den „echten“ Karl aus alten Zeiten vermissen, jedoch ist Diakow ein guter Nachfolger. Ein Rechtsstreit katapultierte den altbekannten Karl Vierstein (Niki Nowotny) zum Leidwesen seiner älteren Fans vor einiger Zeit aus dem Vierer-Team.

Unterstützt wurden die vier außerdem von Luise Lunow und Michael Lott, zwei alten Schauspiel- und Synchronhasen, sowie dem Geräuschemacher Peter Sandmann, der die Geschichte des Abends mit unzähligen kleinen und großen Hilfsmitteln zum Leben erweckte. Tatsächlich war es hier und da eine Herausforderung, Sandmann beim Geräusche machen zuzusehen und sich gleichzeitig auf die damit verbundene Geschichte zu konzentrieren und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen: „… aha… was macht er mit der Luftpolsterfolie?... ah… hin und wieder ploppen… was soll das für ein Geräusch sein?... hm, mal Augen zu machen… ach sooo ein Lagerfeuer, wie es schön knistert und knackt!“
Es lohnt sich also durchaus, auch einfach mal nicht hinzuschauen.

Der Fall selbst dreht sich um einen scheinbaren Badeunfall in der Nähe eines kleinen, unheimlichen Dorfes, in dem es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Ein Glück, dass TKKG Ferien hat und dem Spuk auf den Grund geht. Ein klassischer Kinderhörspiel-Fall, wie die Fans ihn seit jeher kennen und lieben, mit irgendwie doch noch denselben Stimmen aus der Kindheit, spannenden Momenten, kauzigen Erwachsenen, die versuchen, das Geheimnis vor TKKG zu bewahren, und natürlich auch einem Schmunzeln hier und da, ausgelöst von den Darstellern auf der Bühne, die rennen, klettern, im Zelt im Schlafsack schlafen … und das alles in 5 cm Entfernung von ihrem Pult mit Mikrofon.

Für alle TKKG-Fans ist TKKG- das Live-Hörspiel definitiv ein Muss, egal ob jung oder alt. Das Deutsche Theater war publikumsseitig gut durchgemischt, auch viele junge Fans fanden den Weg ins Theater. Ein netter Nebeneffekt zudem, dass Hörspielproduzentin Heikedine Körting am Abend im Publikum saß und ihren Mikrofonsprösslingen zusammen mit dem Publikum zujubelte. Im Deutschen Theater in München war TKKG nur an diesem Abend zu Gast. Die 4 Spürnasen touren aber noch weiter durch Deutschland, unter anderem z.B. Ulm, Düsseldorf, Kiel und Kassel.
Alle, die früher in der Kindheit oder auch jetzt jung, ganz neu entdeckt TKKG-Fälle lieben, sollten sich dieses Live-Hörspiel nicht entgehen lassen. Als Erwachsener wird man vermutlich nicht mehr so tief in die Fälle eintauchen, die Live-Erfahrung mit den lieb gewonnenen Charakteren ist aber sicher dennoch eine kleine Zeitreise wert.

(Jasmin Gollwitzer)

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