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Aus Quartett wird Quintett – Entwicklungspotenzial
  · 02.12.19
''Zu Beginn noch ruhig, in regelmäßigen Schritten, der sanft fließenden, etwas schwermütigen Musik des ersten Quartett-Satzes entsprechend – die Arme hängen locker seitlich herab – alles ganz unspektakulär, zumal Engel auch in blauer Jeans, weißem T-Shirt und einfachen Sportschuhen tanzt. Mit zunehmendem Tempo der Musik erhöht auch er das Tempo der Laufwege und Drehungen, geht kurz auf die Zehenspitzen, wechselt plötzlich die Richtungen, zwischen Rückwärts- und Vorwärts-Laufen und Drehung nach rechts oder links, die Schritte werden zum flotten Trippeln, die Kreise der Laufwege werden immer größer und weiter. (...)

Der minimalistische Ansatz funktioniert, zumal Leonard Engel die Spannung hält zwischen Trance und Selbst-Beobachtung – er tanzt mit geschlossenen Augen und aufmerksamem Blick. Der Umgang mit den vielen Stimmungen, Atmosphären, Brüchen und Umschichtungen in Beethovens Musik passt. Engel tanzt mal in und mit und mal neben der Musik und nimmt sie teilweise auch vorweg. Aus dem Quartett wird ein Quintett und im Tanz zeigt sich eine Strenge, die sich momenthaft in Freizügigkeit öffnet, in ein lustvolles, befreites Loslassen, wobei das grundsätzliche, unausgesetzte Vorangetriebensein bleibt. Allerdings hätten die Bewegungsvariationen noch vielfältiger sein können und müssen – eine Folge des Konzepts, der Beschränkung der Bewegungsformen. So bleibt es bei einem faszinierenden Solo, das noch Entwicklungspotenzial hat.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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