3.0/5
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Nicht genug
  · 26.11.19
''Trevor Pinnock, eine durchaus luxuriöse Personalie, pflegt mit der – vorzüglich aufgestellten – Kammerakademie Potsdam einen eiklaren, nahrhaften, aber niemals fetten Klang. Pinnock ist lockerer geworden (in der Alten Musik, wo er herkommt, war er früher immer etwas hüftsteif). Auch dass er sich auf den Zwanzigminüter von Claude Vivier eingelassen hat, spricht für ihn. Der Hinweis auf diesen 1983 ermordeten Komponisten mag durchaus ernstzunehmen sein. Ob allerdings mit diesem nach Ravel und Messiaen klingenden Werk (obwohl Vivier Schüler von Stockhausen war), weiß ich nicht so recht.

Mit 90 Minuten Dauer und zwei kaum eigenständigen Werken steht der Abend auf zu schwachen Füßen da. Die Künstler sind sehr gut, ebenso die zwischen Nazarenern und Stanley Kubrick oszillierenden Kostüme. Zwei Nichtigkeiten indes ergeben noch kein Etwas. Das Interesse an Schubert, obwohl dieser hier einige herrliche Bläserstellen komponiert hat, scheint mir zu musikwissenschaftlich motiviert. Gröber gesagt: Was geht mich das an, wenn Trevor Pinnock das Werk dirigieren möchte? – Zu wenig ist immer noch nicht genug.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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