2.0/5
Bewertungen: 1
Rezensionen: 1
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Backe, backe Kuchen
  · 03.11.19
''Rui Zinks sarkastische Novelle speist sich aus zahlreichen Subtexten. Der portugiesische Romancier lässt allgemeinen Redekanon, Klischees, Redewendungen, Sprichwörter, bekannte Phrasen und Anspielungen aus einschlägigen Medien mit in seine Parabel einfließen. Die Furcht, welche die beiden Beamten der alleinstehenden Frau einzubläuen versuchen, erscheint alsbald recht beliebig. Schon lange zuvor wird klar, dass sich Furcht nicht herbeireden lässt. Auch als einer der beiden Beamten mit der Frau ein Tänzchen wagt und sie kurzerhand in einen Pappkarton setzt, bewahrt sie Ruhe. Sie kramt zur Versorgung ihrer unverhofften Gäste ganz viele Plastikdosen mit unbestimmbaren Inhalten hervor. Die Frau stapelt diese auf dem Küchentisch, vielleicht als Anzeichen dafür, dass noch viel zu erwarten ist. Sie knetet Teig für ihre Gäste und backt Kuchen. Als Eindringlinge im Hoheitsgebiet der Frau lassen die beiden Beamten sich an ihrem Küchentisch Wasser und Teigwaren auftischen. Sie schielen jedoch sogleich vorsorglich darauf, wie die Frau daselbst als Vorkosterin die Nahrung aufnimmt. Alberne Absurditäten häufen sich. Die Frau wird ungeduldig.

Wilhelm Eilers markiert als Beamter Sousa wenig überzeugend in wechselnden Kostümen unterschiedliche dahergekommene Mephisto-Figuren. Auch Christian Czeremnych charmiert als Beamter Carlos um die Frau allzu bemüht, unbeholfen und ernst herum. Die Motivation für mögliche Furcht wird oft nur angerissen und nicht ausgespielt. Es fehlt an Suspense, Übertreibung und Gruselmomenten. Die Vorführung hat deutliche Längen, wird alsbald recht vorhersehbar, altbacken und albern. Gegen Ende wird dann auch noch ein Totem aus der Versenkung geholt. Viel kann passieren, doch Angst bemächtigt sich der geneigten Zuschauer hier ganz sicher nicht.'' schreibt Ansgar Skoda am 3. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich?