2.3/5
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Zwischen Ermüdung und Enervierung
  · 28.10.19
''Eine Konstruktion, mit der Kruse die Sprache vermutlich anders hörbar machen, ihre Bilder und ihre falschen Töne entlarven möchte. Oft erinnert das an Brecht. Trotzdem schwankt man die meiste Zeit zwischen Ermüdung und Enervierung, Horváths eigene Kunstsprache geht dabei völlig verloren.

Das verändert sich erst, als Elisabeth ihren Polizisten Alfons kennenlernt, der sie später aus Karrieregründen verlassen wird. Wenn Linda Pöppel und Manuel Harder dieses Paar spielen, mit einer Verliebtheit, die sie vielleicht noch vor dem Abgrund zu retten vermag, dann dringt schließlich doch noch der Melancholiker Kruse durch. Und auch am Ende, als Elisabeth halbtot aus dem Fluss gefischt wird und alle Figuren nur halb interessiert und mit ihren eigenen Narzissmen beschäftigt um sie herum stehen, wird man hineingezogen in die Eiseskälte dieser Welt.

In der letzten halben Stunde dieses düsteren Abends wird Kruses Totentanz dann also doch noch lebendig-emotional, überbordend albtraumhaft. Über die beiden leerlaufenden, enervierenden Stunden zuvor können diese letzten Szenen allerdings nur bedingt hinwegtrösten.'' schreibt Barbara Behrend auf rbbKultur 
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