Kritik zuFutureland
3.7/5
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Unbegleitete Minderjährige
  · 25.10.19
''Die Jugendlichen spielen nun in kleinen Szenen durch, wie sich der Alltag im Aufnahmeheim und in der Schule abspielt, dazu werden in kleinen Soloauftritten von allen auch Persönliches über Heimat, Familie und Fluchthergang erzählt. Ahmad Azrati berichtet von seiner gefährlichen Flucht als 12-jähriger aus Syrien über die Türkei nach Griechenland. Seine Eltern sind tot. Andere der Jugendlichen würden ihre Eltern gern nachholen. Für Sagal Odowa, die mit ihrer Familie vor der Al-Shabab-Miliz nach Ägypten floh, wird dieser Traum wohl nicht mehr in Erfüllung gehen können, wie sie bei der Nachstellung einer Party zu ihrem 18. Geburtstag traurig feststellt. Zu hoch waren die bürokratischen Hürden und zu langwierig die Zeit für die Beschaffung von Visa für die Familie.

Die 14jährige May Saada floh vor einer Zwangsheirat aus Syrien und hat nun ihren Hijab abgelegt, was Sarah Safi aus Afghanistan nach einer Frage des Avatars aber nicht möchte. Ihr ist die Religion wichtig und mit ihrer Freundin Sagal aus dem Mädchenheim unterhält sie sich über ihre Pläne und was für sie Harām, also was nach muslimischem Glauben verboten ist, halten. Tanzen und Theater sind für beide aber nicht so schlimm und sie singen zusammen ein Lied. Auch für die 14-jährige Fabiya Bhuiyan aus Bangladesch ist Tanzen sehr wichtig, was sie oft und gern in ihrem Zimmer im Heim macht, während Mohamed Haj Younis aus Syrien am liebsten Computer-Games spielt. Eines davon hat dann auch die Inspiration für das Setting der Inszenierung geliefert. Nach den Berufswünschen befragt, haben die Jugendlichen bereits sehr konkrete Pläne. So möchte Bashar Kanan aus Syrien sogar mal Arzt werden und macht schon sein Abitur. Eine Berufsausbildung wird in jedem Fall die Chance, in „Futureland“ bleiben zu können, für alle erhöhen. „Aber, wenn die Ausbildung fertig ist, was passiert dann?“ fragt Mohamed schließlich. Doch darauf weiß der Avatar keine endgültige Antwort. Das Spiel ist also in echt für die Jugendlichen noch lange nicht zu Ende.'' schreibt Stefan Bock am 20. Oktober 2019 auf KULTURA-EXTRA
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