4.0/5
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Donizetti im Wilden Westen
  · 15.09.19
''Viel Slapstick und Komik sind die Ingredienzen dieser amüsanten Inszenierung, ein Gag jagt den nächsten und wird vom Publikum mit viel Lachen quittiert. Vor allem der arme Nemorino schafft es regelmäßig, die Aufnahmen durch unpassende Auftritte zu sprengen denn die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit sind ihm nicht bewusst und lassen ihn glauben, Adina wolle tatsächlich Belcore heiraten, obwohl das nur im Drehbuch steht. Piotr Buszewski erfüllt diese Rolle bravourös mit allem was sie braucht: Leidenschaft, Verzweiflung, Tragikomik und wunderbar anrührender Ehrlichkeit, ohne dabei je ins Alberne abzugleiten. Beeindruckend, wie Buszewski diese Partie spielt und mit seinem lyrischen aber dennoch durchschlagskräftigen und unangestrengten Tenor gestaltet.

Selbstbewusst, temperamentvoll und keck ist Bianca Tognocchis Adina und überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Glockenklar, leicht und geschmeidig bis in die höchsten Höhen klingt ihre Stimme und meistert mühelos alle Koloraturen. Jonathan Michie gibt mit kernigem Bariton einen schön selbstverliebten und schnittigen Belcore, der scheinbar jede Frau mühelos erobern kann. Sejong Chang ist ein gewitzter Regisseur/Wunderdoktor Dulcamara, dem Sandra Maxheimer als stets präsente Regieassistentin Gianetta zur Seite steht.

Wichtiger Bestandteil ist dieses Mal auch wieder der Chor, der sowohl musikalisch als auch szenisch besonders gefordert ist und diese Aufgabe bestens gerecht wird. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Giedrė Šlekytė, die mit leichter Hand die verschiedenen Nuancen der temporeichen und übersprudelnden Partitur herausarbeitet und dem Gewandhausorchester feine Belcanto-Klänge entlockt.'' schreibt Eva Hauk am 15. September 2019 auf KULTURA-EXTRA
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