Kritik zuHiob
4.0/5
Bewertungen: 3
Rezensionen: 3
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Gott- oder hilflos?
  · 14.09.19
''Die Hiob-Taschenbuchausgabe von KiWi kommt auf etwas über 200 Seiten, ich hatte sie zuletzt vor zirka 25 Jahren in der Hand... Jetzt blättere ich in ihr hin und her, ja und da fallen mir die einen oder anderen Stellen auf, welche ich gestern Abend (rein akustisch) wiederzuerkennen meinte, und ich konnte mich fast nicht mehr an das Buch im Ganzen rückbesinnen, andere Romane Roths blieben mir ungleich stärker in Erinnerung. Interessanter daher waren (jedenfalls für mich!) die von den Machern praktizierten Neu-Textierungen (sprich Fremdtexte) zur aktuellen Lage und/oder nicht allzu weit zurückliegenden jüngeren Vergangenheit: Ausgrenzungen, Verfolgung & Vertreibung, Flucht, Exil, Emigration/Imigration... Die Liste der Begriffe, die sich um die großen Themen unverarbeiteter, unbewältigter Geschichtsschreibung(en) dreht, ist lang und ohne jedes Ende - und das exemplarische Auffinden eines Einzelschicksals, anhand dessen "man" diese unfassbare(n) Tragödie(n) als ein beispielhaftes Mitfühlstück auf dem Theater kneten müsste, macht nicht unbedingt dann Sinn, besonders dann nicht, wenn "man" sich (wie heutzutage üblich) aus dem Fundus aufgeschriebener Roman-Literatur bedient. Und das wie zufällig Herbeizitierte bleibt bloß Stückwerk, falls "man" nicht ein eigenständig-neues Werk zur Werkvorlage schafft und sodurch etwas wirklich Neues (und von mir aus auch als neues Stück) kreiert.

Der Plot (aus dem Roman) ist halbwegs nachvollzogen worden - die fantastisch-märchenhafte Fortentwicklung und Verwandlung des von seiner Epilepsie geheilten Hiob-Sohns zum musikalischen Wunderkind blieb freilich außen vor; obgleich gerade diese Kitsch-Wendung nach theatralischer Bemühung hätte schreien wollen. Irgendwie schon halbherzig, teilweise sogar hohl.'' schreibt Andre Sokolowski am 14. September 2019 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich?