1.4/5
Bewertungen: 7
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Härte und Schärfe verpuffen
  · 11.09.19
''Kohler bleibt der Einzige, der überhaupt so etwas wie eine Figur anlegt. Auch er lässt sie zwar als bekloppten Nerd dastehen – doch wenigstens spürt man unter der Oberfläche eine gewisse Not und Trauer. Alle anderen, auch Samuel Finzi, geben Knallchargen. Sein Tisserand taucht zum Ausgehen dann mit Frauenperücke auf – noch mehr veralbern kann man seine Figur nicht. Alle Houellebecq‘sche Härte und Schärfe verpufft in dieser rosafarbenen Kalauer-Welt.

Zwischendurch reichern die Spieler die Aufführung mit Houellebecq-Interviews an, um seine Weltsicht zusammen mit der Sicht des Erzählers als zynisch und sexistisch zu entlarven. Ob dieser Kurzschluss zwischen Erzähler und öffentlich sprechendem Autor aufgeht, sei einmal dahingestellt.

Man darf den Houellebecq'schen Zynismus natürlich kritisieren, man sollte und muss es heutzutage vielleicht sogar. Doch so, wie Panteleev jede Figur schlicht zum Idioten degradiert, kommt man ihm jedenfalls nicht bei. Bevor Panteleev erneut zur Gag-Kiste von anno dazumal greift, sollte er lieber einen Autor inszenieren, für den er sich ansatzweise interessiert.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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