3.0/5
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Exzellente Feinheit und Klarheit
  · 11.09.19
''Die Staatsballett-Tänzer haben sich aufopferungsvoll in dieses für sie fremde Material, in diesen fremden Bewegungs- und objektkonzentrierten Kosmos hineingestürzt und das mit einer anderen Präsenz und Präzision als die Tänzer des Cullberg Balletts, das ja zu den renommiertesten in Schweden gehört, zu Recht berühmt ist. Das zeigt sich v.a. am Ende, wenn alle sich zuckend und krampfend, den Köper in Schleuderbewegungen verzerrt mit Blick ins Publikum an die Rampe nach vorn schieben – das hat bei dem absurden Bewegungsmaterial eine exzellente Feinheit und Klarheit bis in das letzte komplett verdrehte Gelenk.

Anders als beim Gastspiel fünf Jahren gab es diesmal im Publikumsjubel keine Buh-Rufe, aber bei vielen Zuschauern wohl doch eine nachhaltige Irritation. Das ist keine Schönheit und Virtuosität des Klassischen Balletts oder auch der Moderne des 20. Jahrhunderts – das ist Tanzkunst in der Nähe zur Performance. Wie das Staatsballett-Publikum das annimmt, ob das nicht vielleicht doch zu radikal ist, wird sich zeigen. Auf jeden Fall gehen Sasha Waltz und Johannes Öhmann den Weg zu einer Zeitgenossenschaft des Staatsballetts sehr konsequent weiter.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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