Kritik zu(in)Visible
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Raum-Erfahrungen – Klang-Arrangements
  · 31.07.19
''Jess Curtis arbeitet v.a. mit Raum-Erfahrungen über Geräusche – in völliger Dunkelheit markieren die Tänzer ihre Standorte etwa mit Sprache: "Hier bin ich" sagen sie dann. Wenn sie gehen, hört man das Klackern der Schuhe oder das Rascheln der Kleider und der Lametta-Vorhänge, sie flüstern, summen, ächzen, stöhnen und schnalzen und einmal stehen sie offensichtlich im Kreis und klatschen in die Hände – rhythmisch und einander abwechselnd – sie sind nicht zu sehen, aber der Klangverlauf des Klatschens klingt, als würden sie im Kreis stehen.

Diese Klang-Arrangements in Dunkelheit, die Geräusche der Körper, das Atmen und Sprechen, das Rascheln und Zischen schärfen die Wahrnehmung des Raums: Man spürt, wer wo ist und vermutet oder ahnt, wie sich jemand bewegt, zumal sie auch immer laut aussprechen, beschreiben, was sie gerade tun.

Das sind die eindringlichsten Momente, wie auch der Lufthauch, den man über sich hinwegwehen spürt, wenn die Tänzer sich an einem vorbei bewegen oder die Lametta-Vorhänge wie Fahnen schwenken. Der Sehsinn wird sozusagen gedimmt, die anderen Sinne geschärft – wenn bei Licht mal mehr zu sehen ist, ist das beinahe enttäuschend, weswegen viele Zuschauer die Augen geschlossen halten.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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