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Die Trommler und die Tänzer
  · 30.07.19
''Der letzte Abend der Saison beim Stuttgarter Ballett vereint drei rund 20minütige Kreationen. Hikarizatto wurde vor 15 Jahren in Stuttgart uraufgeführt. Scheinwerfer teilen den Bühnenboden in 25 Rechtecke, die in präzise berechneter Folge aufleuchten und verschwinden und die Tanzfläche strukturieren. In den Lichtkegeln bewegen sich Einzeltänzer und Paare in blauen und schwarzen Trikots wie im Wettstreit. Die geometrisierten Figuren lassen an Bewegungsstudien für ein Zoetrop oder an die Serienfotografien eines Eadweard Muybridge denken. Als Musik wählte der israelische Choreograph Itzik Galili eine Komposition von Niels van Hoorn und Janwillem van der Poll, die live zugespielt wurde. Die Schlagzeuger Christoph Wiedmann, Thomas Höfs, Philippe Ohl, Jürgen Spitschka und Marc Stobel hatten dann beim dritten Ballett des Abends noch einmal Gelegenheit, ihre Meisterschaft unter Beweis zu stellen. 

Das zweite Ballett Out of Breath stammt von Johan Inger und wurde 2002 beim Nederlands Dans Theater uraufgeführt. Der Schwede nützt Musik des Niederländers Jacob Ter Veldhuis und des Ungarn Félix Lajkó. Lajkós Komposition wiederum, die stark an Philip Glass erinnert, stützt sich vornehmlich auf die Solovioline, tatsächlich atemberaubend gespielt von Sebastian Klein, der, zu sehr beschäftigt, um Seiten umzublättern, von einem Notenständer zum nächsten läuft. (...) Ebenfalls aus dem Jahr 2002 stammt Kaash von Akram Khan, einem der zurzeit erfolgreichsten Choreographen. Der (zunächst) rot-grau-schwarze Hintergrund erinnert an Bilder von Mark Rothko. Männer in schwarzen Röcken und mit nacktem Oberkörper und ihre entsprechenden Partnerinnen schöpfen aus dem Bewegungsrepertoire des indischen Tanzes, aber auch der japanischen Kampfkunst. Hier folgt der Tanz rigide dem Rhythmus der perkussiven Musik. Sie bestimmt den Gestus der Choreographie. (...) Ein vollauf gelungenes Saisonende. Weiter so!'' schreibt Thomas Rothschild am 22. Juli 2019 auf KULTURA-EXTRA
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