Kritik zuMitwisser
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Wortschwall und Motivbrei
  · 04.06.19
Der ausufernde Text kreist um den Teenager Tyler Hadley, der in einem Rentnerparadies in Florida aufwuchs und seine Eltern ermordete, bevor er seine Whatsapp-Kontakte zur Party in die sturmfreie Bude einlud, um die junge Türkin Nevin Yildirim, die nach einer Vergewaltigung Selbstjustiz übt und um Nils Donath aus Dinslaken, der sich wie erstaunlich viele Jugendliche aus der westfälischen Kleinstadt dem IS anschloss. Vor allem in der zweiten Hälfte mixt Maci noch Handlungsstränge aus der Orestie dazwischen. Allzu willkürlich wirkt es, wie sie plötzlich Klytämnestra und Orest in ihre Assoziationen schmuggelt.

Immerhin erleben wir ein starkes Schlussbild: mit ausgestochenen Augen räsonieren die fünf Spieler*innen über Reizüberflutung und Videorauschen im World Wide Web. Ratlos endet der Abend.

Uraufführungs-Regisseur Pedro Martins Beja und das Ensemble des Schauspielhauses Wien halfen sich damit, dass sie den konturlosen Wortschwall und Motivbrei, der wie Nachtkritik zurecht kritisierte „vom Ästchen aufs Stöckchen“ springt, so konventionell mit chorischem Sprechen inszenierten, wie wir es in ähnlichen Fällen schon zu oft gesehen haben.

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