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Konzentration auf das Wesentliche
  · 04.06.19
''Guntbert Warns und Ralph Morgenstern sind Stichwortgeber und Staffage, sie halten mal ein Mikro oder überreichen ein paar Blumen, gestehen ihre Liebe oder sagen ein Gedicht auf oder ein Konzert-Abend an, all die Kellner und Manager, Liebhaber und Ehemänner, Boxer und Sänger haben keinen erkennbaren Charakter und kein eindeutiges Gesicht. Es können also immer dieselben Schauspieler ohne große Verkleidung kurz in die Rolle hinein und wieder hinaus schlüpfen.

Konzentration auf das Wesentliche ist das Motto: Deshalb gibt es auch auf der fast leeren Bühne nur einen riesigen Spiegel, in dem die Diven und auch das Publikum sich selbst von allen Seiten betrachten kann. Außerdem gibt es nur zwei Musiker, am Klavier Harry Elmer, am Akkordeon Eugen Schwabauer, und das reicht, denn die beiden stricken nur sensibel den musikalischen Teppich, auf dem sich die beiden Gesangs-Diven und Stil-Ikonen sich räkeln und suhlen dürfen.

Wenn die todgeweihte Piaf zum Schluss ihr trotziges "Non, je ne regrette rien" heraus grölt, gibt es kein Halten mehr und das Publikum dankt allen Beteiligten mit stehenden Ovationen.  Auch ich bedaure nicht, an diesem Abend im Renaissance-Theater dabei gewesen zu sein, aber ein wenig mehr dramaturgische und schauspielerische Raffinesse, dann wäre aus dem vorzüglichen Lieder-Reigen vielleicht wirklich ein großer Theater-Abend geworden.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur
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