2.3/5
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Braves Kindertheater
  · 24.05.19
''Auf eine Moral hat es Nunes ganz bewusst nicht abgesehen. Er ist einer der sehr seltenen Regisseure, der puren Spaß am Spiel inszenieren will, an der Poesie, am Theaterzauberkasten. Allerdings bleiben seine Tricks hier oft zu lau, zu harmlos und putzig – ihm geht schlicht jede Boshaftigkeit und Grausamkeit ab.

Max und Moritz, die Stefanie Reinsperger und Annika Meier wunderbar slapstickhaft spielen, sind nur zwei dumme Jungs, die Scherze machen, keine lustvollen Tierquäler oder sogar Anarchisten. Den Onkel malträtieren sie denn auch nicht mit Maikäfern, sondern mit leuchtenden Glühwürmchen, die die Zuschauer mit ihren Handylämpchen improvisieren – eine kitschige wie schöne Szene.

Das alles reduziert den Text jedoch zu bravem Kindertheater, während bei Busch jede Menge anarchischer Witz vorhanden ist. Buschs pessimistische Weltsicht auf die kalte, unversöhnliche Menschheit teilt Nunes ganz und gar nicht, dafür ist er ein zu großes Spielkind, ein zu großer Menschenfreund. Vielmehr rettet er sich in Sentimentalität, wenn er am Ende den im Brotteig erstickenden Max von einem gigantischen aufblasbaren Engel abholen lässt, der in Max' Augen aus Leberkäse besteht. Moritz folgt ihm aus purer Freundschaft in den Tod. Wenn hier jemand böse ist, dann die Erwachsenen, die die beiden einfach sterben lassen.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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