2.3/5
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Max und Moritz
  · 23.05.19
''Besonders ernst soll es also nicht werden, will einem das sagen. Dem Meister Böck (Tilo Nest) kippen die beiden Racker je eine Eimer Wasser ins Gesicht. Von der zersägten Brücke erfährt man dann, wenn die Frau des Schneiders (wieder Sascha Nathan) beim Bügeln ihres nassen Mannes mit der Witwe Bolte telefoniert. Und wenn Lehrer Lämpel (Constanze Becker) den beiden Rackern die Flötentöne beibringen will, dann rappen Max und Moritz zu fetten Hip-Hop-Beats. Die Handys mit Leuchtfunktion hoch. Und wenn das Publikum mitgeht, lässt Nunes kleine Licht-Glühwürmchen fliegen, die unter die Decke von Onkel Fritz (Tilo Nest) krabbeln, der vorm Schlafengehen noch einen launigen Vortrag über die Kunst hält. 

Als am Ende die genervten Spießbürger zurückschlagen und Max und Moritz voll Schadenfreude geduscht und bemehlt in die Backkiste stecken, kommt der bis dato lustige Abend etwas Schlagseite. Regisseur Nunes entwickelt schließlich doch eine gewisse sentimentale Sympathie für seine beiden Anarcho-Strolche, die er als letzte Partisanen überbordender Fantasie und schräger Bühnenkunst als aufblasbare Riesenengel vom Bühnenhimmel schweben lässt. Das ist sicher ein großes Schauspiel-Fest für das gut aufgelegte Ensemble. Nur als echte schwarzhumorige Gesellschaftssatire bleibt der Abend etwas zu nett. Und die Moral von der Geschicht? Necke deinen Nachbarn nicht.'' schreibt Stefan Bock am 23. Mai 2019 auf KULTURA-EXTRA
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