2.0/5
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Eher mainstreamig als avantgardistisch
  · 15.05.19
''Claudia Bauer will das Stück als schrille Polit-Pop-Komödie erzählen, doch die Gags sind derart flach, es wird so viel herumgestanden und gequasselt, dass vor allem die erste Stunde quälend ist: Ein quietschbunter Chor steht in parodierten Rokoko-Kostümen auf der Bühne, mit gigantischen Pluderhosen und turmhohen Perücken, hinter ihnen eine zweigeschossige Landhausfassade, die sich dreht und für allerlei Tür-auf-Tür-zu-Slapstick genutzt wird. (...)

Man muss schon sehr auf grelles Pop- und Trash-Theater, auf Schnipsel-Kultur, Witzelei und überzeichnete Komik-Figuren stehen, um den Abend unterhaltsam zu finden statt einfach nur nervtötend. Hier kommt exemplarisch zusammen, was das angeblich bemerkenswerte Theater, das von der Jury gehypt wird, oft so schwer erträglich macht: pseudo-intellektuelles, postdramatisches Theater mit abgestandener 90er-Jahre Ironie, eher mainstreamig als avantgardistisch. Die Live-Videos von hinter der Bühne erinnern an Frank Castorf, die Laberkaskaden kann René Pollesch besser und zugespitzter.

Ziemlich frustrierend, dass die Jury dieses Jahr auf so viele etablierte Namen gesetzt hat – und bislang alle von ihnen mit einer schwächeren Arbeit auf dem Festival zu sehen waren.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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