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Info-Schnipsel zum Pakt zwischen Saudi-Arabien und dem Westen
  · 04.05.19
Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura wird oft vorgeworfen, dass ihre Dokumentartheaterabende sehr spröde und didaktisch geraten: eine Art Volkshochschule im Theaterbetrieb.

Diesen Vorwurf wollten sie bei ihrer neuen Arbeit „Schwarze Ernte“, die im HAU 3 Premiere hatte, offensichtlich auf jeden Fall entgehen. Ihre Auseinandersetzung mit dem saudischen Königshaus, das einen faustischen Pakt mit den USA geschlossen hat und zugleich aggressiv seine fundamentalistische, wahhabitische Version des Islams exportiert, kommt über weite Strecken in einem für Kroesinger ungewohnten Plauderton daher. Zwischen den Info-Schnipseln gibt es längere Szenen, bei denen einige aus dem Quartett mit Plastik-Strohhalmen Mikado spielen oder Figuren basteln, während andere im Hintergrund sich selbst oder die weiße Wand mit schwarzer Farbe bemalen, die natürlich das Öl symbolisieren soll, auf dem der Reichtum des Landes beruht. Die Spieler*innen witzeln in Dialogen, die zwischen Deutsch und Englisch switchen.

„Schwarze Ernte“ ist oberflächlicher und weniger verdichtet als die besten Kroesinger-Arbeiten. In dem Puzzle, das unchronologisch zwischen den Zeiten springt, gibt es auch manch interessante Neuigkeiten, z.B. eine präzise Recherche, wie viel Geld das saudische Regime in PR, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit ausgibt. Die Berliner Firma WMP Eurocom stieg aus diesem lukrativen Geschäft erst nach dem Mordfall Kashoggi aus.

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