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Fontane hoch leben lassen
  · 12.04.19
''Von einer Feier darf man keine kritischen Töne erwarten, neue Facetten Fontanes kommen deshalb nicht zum Vorschein. Was gesagt und gesungen wird, ist altbekannt. Wir erfahren an diesem ziemlich kurzen Abend (er dauert gerade einmal eine gute Stunde) nicht viel mehr, als in jedem Wikipedia-Artikel zu lesen ist. Dass Fontane auch ein preußischer Rebell und revolutionärer Reaktionär war, spielt keine Rolle. Auch seine bedenklichen antisemitischen Äußerungen in der sogenannten "Judenfrage" bleiben unerwähnt. Dass der normale Alltag für Fontane wahrlich kein Zuckerschlecken war, dass er sich als Zeilenschinder in London verdingen musste, um sich und die Familie zu ernähren, dass er unter der zeitweiligen Trennung von Emilie und den Kindern litt und der Versuch gemeinsam in London Fuß zu fassen, kläglich scheiterte, all das wird zwar angedeutet, aber dann doch nur lächelnd umspielt. Aber das kann vielleicht auch nicht anders sein, denn der beiläufige und unterhaltsame, lyrisch und musikalisch verspielte Abend will ja doch nur eines: Fontane hoch leben lassen, mit dem Publikum ein bisschen schäkern und zusammen Birnen essen: Na dann: Prost Theo! Und guten Appetit!'' schreibt Frank Dietschreit auf kulturradio.de
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