Kritik zuDer Palast
3.0/5
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Sammelsurium, gigantomanische Show
  · 05.04.19
''Constanza Macras ist bekannt für ihre chaotisch-wilden Spektakel, mit denen sie großen, oft politischen Themen zu Leibe rückt; hier ist jedoch wieder einmal jedes Maß verloren gegangen, ganz anders als bei ihren letzten drei Stücken mit südafrikanischen Künstlern. Hier versagt wieder das Macras-Collage-Prinzip -die meisten Szenen entstehen in Improvisationen, die zum Stück zusammengestellt werden - hier ufert alles aus und zerfranst und zerfasert. 
Und das mit viel Radau und Rabatz, der zweite Teil des Abends ist ein krudes Sammelsurium aus Themen und Ideen, Soli- und Duo-Nummern. 

Zu einem Renaissance-Lied gibt es sexualisierten Posing-Tanz, ein Tänzer auf High Heels zeigt queeren Show-Akrobatik-Tanz, Tangopaare balzen, der Moderator fordert, seinen Rassismus nicht übel zu nehmen: "War doch nur Spaß" und wir hören die Geschichte vom Haus mit den kaputten Abflussrohren, von der Familie im Erdgeschoss, die erst spät der Fäkalienjauche entfliehen kann, was eine der Jurorinnen veranlasst, von der neuen hippen Fäkalientherapie zu berichten usw. usf.

Auch wenn einige Szenen geglückt, durchaus komisch oder wahrhaftig bis zur Brutalität sind, auch wenn viele der Schlaglichter, die Constanza Macras präzise auf ihre Themen richtet, die Probleme, mit denen wir zu kämpfen haben, richtig ins Licht rücken, so ist sie mit viel Wirbel und Lärm, mit großem Tumult gescheitert – dieses Stück ist über weite Strecken eine Zumutung. Eine gigantomanische Show mit viel Lärm um nichts.'' schreibt Frank Schmid auf kulturradio.de
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