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Helden und Feiglinge
  · 24.04.17
„Vom ganzen Stamme des Ödipus war jetzt nur noch Ismene übrig. Von ihr erzählt die Sage nichts; sie starb unvermählt oder kinderlos und mit ihrem Tode erlosch das unselige Geschlecht.“
(Schwab, Gustav: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums. Nach seinen Dichtern und Erzählern, Gütersloh 1916, S. 265)
Abgesehen davon, dass die antiken Sagen heute sowieso kaum noch einem präsent sind, ist die mythologische Figur „Ismene“ völlig vergessen. Überstrahlt von der populären Sage des Ödipus, in der ihre Schwester Antigone zur Heldin stilisiert wird, bleibt Ismenes Leben unbeleuchtet. Irgendwann verschwand sie dann einfach von der Bildfläche der griechischen Mythologie. Sie starb und wurde vergessen. Aus diesem Vergessen lässt sie nun die niederländische Dramatikerin Lot Vekemans in ihrem Stück Ismene, Schwester von wieder auferstehen. Zum ersten Mal darf Ismene die Geschichte ihrer Familie, auch ihre eigene Geschichte aus ihrer Sicht erzählen. Und sie hat einiges zu sagen. Zuhören kann man ihr in Stephan Kimmigs Inszenierung am Deutschen Theater in Berlin. Premiere war am 21. März 2014. Weiterlesen →
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