3.0/5
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Anders als 2011
  · 22.03.19
''Heute wirkt der Abend allerdings durchaus anders als 2011. Auch das mag am Vergehen der Zeit liegen. Schon das Wort "Heimat" ist inzwischen politisch derart instrumentalisiert worden, das man es momentan kaum unvoreingenommen aufnehmen kann. Die Geschichte der Kärntner Slowenen, die Suche nach den eigenen Wurzeln ist zwar nach wie vor unglaublich hörenswert – der Erzähler hingegen, der im hohen, verklärten Handke-Ton den großen Klagegesang anstimmt auf die Schlechtigkeit der Welt, der sich die gute alte Zeit zurückwünscht, nur in der Vergangenheit lebt, nur seine Ahnen verehrt, wirkt inzwischen aber auch befremdlich.

Man darf zwiegespalten sein: Einerseits ist es großartig, wenn sich das Theater seine Themen nicht von politischen Diskursen wegnehmen lässt, auch auf die Gefahr hin, anachronistisch zu wirken. Andererseits kann einen diese schwermütige Großvaterklage sehr auf Abstand halten. Inzwischen kann man die Inszenierung durchaus als historisch ansehen, wichtiges Relikt aus einer verlorenen Zeit. Theater ist nun einmal stets Spiegel der Gegenwart – und diese Gegenwart verändert sich, auch innerhalb von nur acht Jahren. So gelungen diese Inszenierung ist – so berechtigt ist es womöglich auch, dass sie nun ihre Dernière feiert.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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