Kritik zuCabaret
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„Willkommen, Bienvenue, Welcome!“: „Cabaret“ im Deutschen Theater in München
  · 17.03.19
Am 16. März 2019 stand im Deutschen Theater in München die Premiere des Musicals „Cabaret“ auf dem Programm. Das Stück aus der Feder von John Kander (Musik), Fred Ebb (Text) und Joe Masteroff (Buch) spielt in den 30er Jahren und behandelt die zwei Beziehungen des amerikanischen Schriftstellers Cliff Bradshawin und der Sängerin Sally Bowles sowie deren Vermieterin Fräulein Schneider und Obstverkäufers Herrn Schultz in der aufkommenden Nazizeit. Im Mittelpunkt steht neben der neuen Liebe zwischen Cliff und der Nachtclub Tänzerin Sally, die kurzerhand nach ihrem Rauswurf im Club ungefragt bei Cliff einzieht, der Heiratsantrag des jüdischen Herrn Schultz, den Fräulein Schneider aufgrund der politischen Situation mit gemischten Gefühlen abweist. 

Unter der Regie von Tom Littler und Choreographie von Cydney Uffindell-Phillips sind als „Sally Bowles“ Helen Reuben und als „Cliff“ Ryan Saunders zu sehen. Weitere Rollen spielen Greg Castiglioni (Conférencier), Sarah Shelton (Fräulein Schneider), Richard Derrington (Herr Schultz), Lindsay Goodhand (Fräulein Kost) und Matt Blaker (Ernst). 

Das Stück ist absolut aktuell und befasst sich mit dem neu zur Macht gelangten Nazi Regime, dem Hass gegenüber nicht Deutschen und der aufkommenden Gewalt gegenüber Juden. Gerade schauspielerisch ist das Musical stark besetzt, man nimmt die Zerrissenheit aber auch völlige überzeugte politische Gesinnung jederzeit ab. Gesanglich ebenso stark führt Castiglioni als Conférencier durch die Handlung unter anderem mit dem wohl bekanntesten Show Opener „Willkommen“. 

Doch obwohl bei der Besetzung alles zu stimmen scheint, kommt das Musical nicht so recht in Gang und hat einige Längen. Das Bühnenbild, eine Bahnhofszene, verändert sich wenig und wandelt sich hin und wieder zu Cliffs angemietetem Zimmer oder dem Kit Kat Club mit seinen leicht bekleideten Tänzern. Trotz einiger bekannter Stücke kann auch die Musik nicht wirklich mitreißen. Wobei jedoch Lindsay Goodhand hervorzuheben ist, die neben einer schauspielerisch überzeugenden Rolle eine beindruckende Begabung für das Spielen von verschiedensten Blasinstrumenten zeigt. 

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, um zu sehen, wie die Liebesgeschichten ausgehen, kann dies noch bis zum 30. März 2019 im Deutschen Theater in München tun.
 

(Jasmin Gollwitzer)

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