Kritik zuElektra
4.0/5
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Auf dem Müllberg rasender Rache
  · 16.03.19
''Die estonische Sopranistin Aile Asszonyi gibt in der Titelpartie eine sehr präsente, dramatische und verheißungsvoll abgründige Performance. Ihr stets tragfähiger Gesang ist facettenreich, mal weich, strahlend und dunkel gefärbt, dann wieder rasend vom leidenschaftlichen Furor getrieben. Die Amerikanerin Nicole Piccolomini mimt mit fein timbrierten, ausdrucksstarken Mezzosopran eine höchst attraktive Klytämnestra zwischen Machtwillen und schreckvoller Zerbrechlichkeit. Manuela Uhl gefällt als ängstlich-zurückgenommene, mit der tragischen Situation hadernde Chrysothemis mit leuchtendem und auch in den Zwischentönen beweglichem Sopran. Martin Tzonev gibt einen vom Schicksal getriebenen, in sich zurückgezogenen Orest mit markantem, imposant klangprächtigem Bass. Insbesondere, wenn die Geschwister einander erkennen, sorgt ihr Wechselgesang für Gänsehaut-Feeling. 

Das mit sage und schreibe 117 Instrumentalisten besetzte Orchester sorgt für fiebrig flirrende, opulent packende Klänge. Dissonante Akkorde loten Spannungen aus, es gibt kreischend Tiraden und ruppig-nervöse Spannungen. Der aufwühlend brodelnde, hochkonzentrierte Klang rotiert und vibriert stets volltönend. Die farbige Partitur von Strauss wurde somit vom Beethoven Orchester Bonn unter der musikalischen Leitung von Dirk Kraftan vorzüglich dargeboten.'' schreibt Ansgar Skoda am 15. März 2019 auf KULTURA-EXTRA
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