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Grimm bleibt Grimm
  · 14.03.19
''Die Regisseurinnen Constanze Albert und Gail Skrela legen Wert auf Wortwitz. So bezeichnen sich die sieben Zwerge rundheraus als "Bergwerksingenieure" – was nun vollends zum Lachen ist, wenn man die sieben Kindersoprane daneben sieht, die sich ganz allerliebst die grau angeklebten Zuppelbärte kraueln. Der vagabundierende Prinz hört auf den schönen deutschen Namen "Horst" – worauf er sich von den Zwergen belehren lässt, das gehe nun aber so nicht in einem Märchen ... Da haben sie recht.

Ein Keyboard-Trio übt sich in musikalischem Understatement. Das ist ein Problem, da Humperdinck den vollen Orchestersatz braucht, um gut zu wirken. So wie es ist, erwecken die unterkomplexen Harmonien der Eindruck, dass es in Humperdincks (schmalem) Oeuvre ein enormes Niveaugefälle gibt. Und dass aus "Schneewittchen" so oder so kein Meisterwerk geworden wäre.

Trotzdem, von wegen "Wer hat von meinem Tellerchen gegessen, wer hat aus meinem Becherchen getrunken ...": Grimm bleibt Grimm. Und für Humperdinck-Sammler ist die Produktion ein kleines Goldstück.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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