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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Wer hat recht?
  · 10.03.19
''Unter den, übrigens hervorragenden, Gesangssolisten treten, begleitet von sieben Musikern, neben David Kang als Kreon und Carina Schmieger als Antigone, Deborah Saffery oder Ida Ränzlöv in der Doppelrolle von Antigones Bräutigam Haimon und dem Wahrsager Tiresias auf. Der Sprech- und Bewegungschor besteht aus Bürgerinnen und Bürgern, die Spaß am Mitmachen haben, und darin besteht wiederum die Schwäche des Inszenierung von Blanka Rádóczy. Drei Frauen ahmen die Gesten Antigones nach. Stellen sie zusammen mit dem Rest des Chors den Dilettantismus des „Volkes“ aus, oder sind sie, verkrampft auf den Dirigenten am Bildschirm hinter dem Publikum starrend, nicht, wie zu befürchten, tatsächlich dilettantisch? Die angespannte Unbeholfenheit in der Ausführung der schlichten Choreographien jedenfalls kommt an die Professionalität der Solisten und der Instrumentalisten nicht heran. 

Für die Musik des Schweizer Komponisten Leo Dick, deren Stil man als gemäßigt atonalen Expressionismus kennzeichnen könnte, werden die Klangfarben der Instrumente, erweitert um elektronische Effekte, weidlich genutzt. Die Machart des antiken Dramas kommt einer Opernfassung entgegen. Beim Klagegesang der Antigone um ihren getöteten Bruder Polyneikes verzichtet die Komposition auf Worte. In dem Maße, wie Antigone außer sich gerät, kommt die Musik zu sich.'' schreibt Thomas Rothschild am 10. März 2019 auf KULTURA-EXTRA
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