3.0/5
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O, du schauerliche Kälte
  · 26.02.19
''Bühnen-und Kostümbildnerin Tatjana Ivschina arbeitet mit zahlreichen beweglichen, roll- und drehbaren Kulissenelementen, um die unterschiedlichen Szenen der Reise Gerdas nachzustellen. Wenn Gerda die Höhle des Räubermädchens besucht, fährt die Hebebühne aus der Versenkung ein Verlies inklusive zahlreicher Geisel hoch. Erweitert werden die aufwendigen Bilder noch durch Videoprojektionen, Lichteffekte und Theaterrauch. Auch die Kostüme sind prachtvoll. Die Trolle tragen zottelige Pelzkostüme, ein Blumenfeen-Damenchor ist in farbige Blütenkleider gewandet. 

Julia Bauer mimt die Titelrolle dramatisch effektvoll mit klarem, sprunghaft klirrendem und in der Höhe leuchtendem Sopran. Bariton Di Yang verkörpert den Kay darstellerisch stimmig mit geschmeidiger, gut fokussierter Stimme. Marie Heeschen gestaltet die Rolle der Gerda mädchenhaft mit lyrischem, fein ausbalanciertem Sopran. Mezzosopranistin Katharina von Bülow setzt als Räubermädchen und Blumenfrau leidenschaftliche Akzente. Die Tonalität des Gesangs ist mit den zahlreichen Dissonanzen oft schwer fassbar. Die Gesangslinien sind in ihren üppigen Klangfarben und Stimmungen selten gut verständlich. Nur wenige zentrale Stellen werden gesprochen. 

Die märchenhaften Bilder der Inszenierung bleiben in Erinnerung, doch die episodenreiche Handlung erscheint insbesondere für die jüngeren Zuschauer im Publikum recht anspruchsvoll und verwirrend. So fließen etwa andere Märchen, wie Das Mädchen mit den Schwefelhölzern in das Erzählte mit ein. Und der gesungene Text ist nur in Ansätzen zu verstehen, wenn man die schnell wechselnden Übertitel nicht mitliest.'' schreibt Ansgar Skoda am 25. Februar 2019 auf KULTURA-EXTRA
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