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Kästner-Roman zum Untergang Weimars in Comic-Ästhetik
  · 23.02.19
Überraschend an dieser neuen Inszenierung von Alexander Riemenschneider sind die grellen Farben. Die Box des Deutschen Theaters Berlin ist ganz in knalliges Orange getaucht, auf der Rückwand hat Johanna Pfau Wortfetzen aus Comics wie „AUTSCH“ und „YEAH“ angebracht.

Das ist ein deutlicher Kontrast zu seinen beiden letzten Abenden in der Box: Beim minimalistischen „Transit“ saß Thorsten Hierse auf einem schlichten Stuhl, Wiebke Mollenhauer huschte schemenhaft über die Bühne. Melancholisch-leise war auch die Grundstimmung in „Das Mädchen mit dem Fingerhut“, damals zitierte Riemenschneider das traditionelle japanische Nō-Theater.

Comichaft wie die Bühnen-Rückwand sind diesmal auch die Kostüme der drei Spieler*innen: Thorsten Hierse, Božidar Kocevski und Birgit Unterweger sehen mit ihrem Zebrastreifen-Look und ihren dicken Augenringen aus Glitzer-Makeup aus wie traurige Clowns. Während Hierse spricht, gestikulieren die anderen beiden überdeutlich mit schlenkernden Armen und weit aufgerissenen Augen und Mündern.

Eine Konstante in Riemenschneiders Inszenierungen ist, dass sie vom Livemusiker Tobias Vethake untermalt werden. Der Soundteppich tröpfelt im Hintergrund mit und schwillt immer dann an, wenn die Hauptfigur Jakob Fabian, ein promovierter Germanist, der sich als Werbetexter durchschlägt, rastlos durch das Berlin der ihrem Untergang entgegentaumelnden Weimarer Republik driftet.

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