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Kurz vor der Bücherverbrennung
  · 09.02.19
''Mehmet Ateşçi (als Rotpeter), Jonas Dassler (als Kafka) oder Aram Tafreshian (als Zoodirektor Hagenbeck) überboten sich gegenseitig mit spielerischem Hyperaktionismus - beeindruckend der Solo-Auftritt des splitternackten Tafreshian, der "seine" große Hagenbeckrede zum Quasi-Mitmachtheater ausufern ließ, indem er, splitternackt so wie er war, urplötzlich durch die Sitzreihen des Publikums sich quetschte und über die Leute weg von einer Sitzkante zur andern stieg - grandioses Akrobatentum! 

Mit von der Partie auch Lea Draeger, Svenja Lieslau, Nika Mišković, Vidina Popov, Sesede Terzziyan sowie der Pavian Jeany, der stark eingeschüchtert von dem Krach der Umsichherbrüllenden und dem abschließenden allzu lauten Beifallsjubel mit Bananenstückchen seines Trainers René Harsch beruhigend abgelenkt werden musste, dass er nicht zu sehr verstörte... 

Und zum Schluss krachten die Tausende von Bücher (Bühnenbild von Igor Pauška) aus den bis zur Decke hochreichenden Buchregalen, was womöglich zwanghaft an die Bücherverbrennung von 1933 gemahnen sollte. Weit dahinter war der Reichstag/Bundestag verkleinert stilisiert, ja und Rotpeter - jener menschgewordene Affe aus Kafkas Bericht - hielt eine (fiktive?) Abgeordnetenrede; Quelle ihres Textes un-klar. Diesbezüglich endete der pausenlose zweistündige Abend.'' schreibt Andre Sokolowski am 9. Februar 2019 auf KULTURA-EXTRA
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