Kritik zuRock Of Ages
3.5/5
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I Wanna Rock!!!
  · 24.01.19
Als ich gestern auf dem Heimweg vom Admiralspalast gedanklich die ersten enthusiastischen Zeilen meines Beitrags über Rock of Ages schrieb, da wollte ich meinem ersten Gefühl nach eigentlich schreiben: mein Lieblingsmusical 2018! Aber dann habe ich an Stella und Welcome to Hell gedacht, zwei Stücke, die ich ja vor gar nicht allzu langer Zeit gesehen habe und musste doch nochmal umschreiben. Aber Rock of Ages ist auf jeden Fall eins: mein Jukebox-Musical-Highlight des Jahres 2018!
Cum On Feel the Noize
In meinem Gewinnspiel-Artikel hatte ich ja schon geschrieben, dass ich bisher nur den Film von Rock of Ages kenne und es noch nicht live gesehen hatte. Ich habe mich aber trotzdem sehr auf die Live-Darstellung gefreut, weil ich die Musik des Stückes einfach großartig finde! Ich will mich ja nicht älter machen als ich bin, aber es ist schon auch ein bisschen die Musik meiner Kindheit und Jugend. Poison, Styx, Whitesnake, Journey, Foreigner, alles Bands, die man vielleicht gar nicht so kennt – aber ihre Songs, ihre Songs kennt wirklich jeder! Daher habe ich gestern Abend im Admiralspalast so richtig mitrocken können! Und der Sound war großartig, die Stimmen glasklar. Überhaupt war der Cast bombastisch, bis in die kleinste Rolle hinein tolle Stimmen! Aber vor allem übertrifft das Musical den Film in einer Sache: in Sachen Humor! Während der Film leidlich amüsant, aber vor allem eine Romanze mit viel Musik war, ist dieses Stück weniger auf Sherrie und Drew (Jodie Steele und Luke Walsh) konzentriert und dafür sehr viel komischer! Vor allem natürlich Lonnie (Lucas Rush), der uns durch die Geschichte führt ist für viele Lacher verantwortlich, aber auch Regina (Rhiannon Chesterman) die Kämpferin für Gerechtigkeit im Häkel-BH und ihr Franz (Andrew Carthy) holen sich viele Publikumssympathien!
I Wanna Rock
Der Rockstar auf dem absteigenden Ast, Stacee Jaxx, wird von Sam Ferriday sehr an Axl Rose angelehnt und ist auch, genau wie sein berühmtes Vorbild, total mit seinen Bandmitgliedern zerstritten. Justice alias Mama, gespielt von Tori Allen-Martin hat eine wunderbar soulige Reibeisenstimme, mit der sie Mary J. Blige, die ihren Part im Film darstellt, in nichts nachsteht. Die beiden Clubs, Der Bourbon Room und das Venus, werden mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln auf der Bühne sehr gut dargestellt. Auch die Szenenwechsel werden sehr witzig und einfallsreich rübergebracht.
Every Rose Has Its Thorn
Insgesamt ein sehr schräg-humorvoller Abend mit toller, toller Musik, die ins Ohr geht und einen unwillkürlich auf seinem Stuhl mitrocken lässt! Am Ende hielt es das Publikum dann nicht mehr auf den Sitzen und zum Abschlusssong „Don’t stop believing“ wurde nochmal kräftig mitgetanzt! Ich kann euch dieses Musical nur ans Rockerherz legen, es macht ganz großen Spaß! Die verrückte Story, die schweisstreibenden Tänze, die unsterblich guten Songs – hier stimmt wirklich alles! Allerdings: die Handlung ist komplett auf englisch, daran bei der Buchung bitte denken.

Nicole Haarhoff
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