Kritik zuMoby Dick
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Viel verschenkt
  · 10.01.19
''Gespielt wird im "3. Stock" der Volksbühne, der kleinen Spielstätte. Für einen Wal auf der Bühne ist kein Platz –  durchaus aber für zwei schräge weiße Stege, die in T-Form zusammenlaufen und das wankende Schiff symbolisieren. Dahinter wird ein Segel gehisst, das zuweilen (ziemlich überflüssig) als Videoleinwand für Szenen herhalten muss, die – in alter Castorf-Tradition – hinter der Bühne spielen.

Die Spielerinnen zeigen volle Power, es sprühen die Funken, auch wenn sie zum fünften Mal einen Wal sichten, zum fünften Mal in die unsichtbaren Ruder greifen und sich im Sprechgesang mit "Pull, Pull, Pull" anfeuern. Bis eine die Ausdauer verlässt: "Aber ich bin doch kein Pulpo!" Solche Sparwitze kann sich die Entertainerin Vulesica wohl nicht verkneifen. Gelungener sind die Wal-Gedichte, die mehrstimmig schön A Cappella gesungen werden – Eva Maria Nikolaus klingt sogar, als hätte sie eine klassische Gesangsausbildung durchlaufen.

Unterhaltsam ist das, energetisch – doch es wird allzu viel verschenkt. Vom archaischen Mythos, der düsteren Magie, den großen Figuren, also: dem großen Pfund des Romans teilt sich kaum etwas mit. Es ist die Crux so vieler Performances dieser Art: Wenn Figuren sich auflösen, Handlung verpufft, Motive nur angespielt werden, uniform gesprochen wird, bleibt wenig zurück, das sich wirklich einprägt.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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