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Antikes Eifersuchtsdrama...
  · 05.01.19
Das Wintermärchen hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, weil es mir nämlich vor vielen Jahren den Weg zur Ballettliebhaberin freimachte. Ich stand dem Spitzentanz eher skeptisch gegenüber, bis ich dann eine Live-Übertragung aus dem Royal Opera House sah, dass mich wirklich zu Tränen rührte. Eine solch ergreifende, zu Herzen gehende Aufführung, danach war ich dem Ballett gegenüber sehr viel offener und aufgeschlossener. 

Umso größer meine Freude, dass meine liebste Shakespeare-Truppe, die Company, das Stück aufführte. Ihre Herangehensweise an die klassischen Werke, ihre fantasievollen Kostüme und vor allem das wirkungsvolle Einbringen von Musik, das die Shakespeare Company in all ihren Stücken so virtuos und untypisch (Hier fehlt ein Wort. .. machen? Aber dann wäre es zwei mal machen), machen sie zu etwas ganz Besonderem im Berliner Theaterkosmos. Und auch beim Wintermärchen wurden meine sehr hohen Erwartungen wieder übertroffen: 

Leontes (Nico Selbach), der König von Sizilien ist seit seiner frühsten Kindheit mit dem König von Böhmen, Polixenes (Thilo Herrmann), eng befreundet. Auch Leontes' Frau Hermione (Katharina Kwaschik) mag den Jugendfreund ihres Mannes. Etwas zu sehr, wie der eifersüchtige Monarch plötzlich glaubt, nach jahrelanger Freundschaft. Alles erscheint ihm nun suspekt und die Zweifel treiben ihn schließlich gar dazu, einen Mörder (Johanna-Julia Spitzer) auf seinen guten Freund anzusetzen! Der macht allerdings gemeinsame Sache mit Polixenes und flüchtet mit ihm nach Böhmen, anstatt ihn zu töten. Leontes Wut richtet sich daher auf Hermione, er lässt die vollkommen verblüffte, hochschwangere Frau verhaften und in den Kerker werfen. Auch an seiner Vaterschaft ihres gemeinsamen Sohnes Mamilius, den er zuvor noch zärtlich liebte, zweifelt er nun plötzlich. Der Junge stirbt mit gebrochenem Herzen und die Mutter folgt dem geliebten Kind direkt nach. Leontes bleibt allein zurück, von Gewissensbissen und Zweifeln geplagt. Nun lebt nur noch seine kleine, neugeborene Tochter, die er in der Wildnis hat aussetzen lassen und das Orakel von Delphi weissagt ihm, dass er erst dann einen Erben bekommen würde, wenn wiedergefunden werde, was verloren sei... 

Wer nun glaubt, dass dies ein niederschmetternd trauriges Stück sei, der hat die Rechnung ohne die Shakespeare Company gemacht! Vor allem Johanna-Julia hat einige grandiose Rollen, die sehr witzig angelegt sind, ob nun der zurückhaltende Mörder, der etwas dusselige Schäferssohn oder die resolute Paulina, die für ihre Herrin und Freundin Hermione einsteht, als es sonst keiner tut. Insgesamt eine wunderschöne, märchenhafte Romanze mit Puppenspiel, Musik und Gesang, sowie (wie immer eigentlich) tollen Kostümen.
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