5.0/5
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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Tieftraurig und hochkomisch
  · 02.12.18
''Schwarz und anthrazitgrau staffeln sich aufziehbare Bühnenwände (vom bewährten Stefan Hageneier) in die Tiefe des Raumes, schwarz gekleidet sind die Akteure allesamt. Grellbunt leuchten aber die Farben ihrer Darstellung. Besonders die männlichen Figuren sind grotesk überzeichnete Karikaturen ihrer selbst, grandios verkörpert von dem jungen Ensemble. Der bösartige Oberpräparator (Timocin Ziegler), der verklemmte Unter-Präparator (Oleg Tikhomirov), der zynische Amtsgerichtsrat (Pascal Fligg), der beflissene Polizist (Jakob Gessner) – tragikomische Figuren, die spielen, was das Zeug hält: Lacher gegen die Dunkelheit, die diese nur noch schwärzer machen. 

Dafür haben Christian Stückl und die Dramaturgin Daphne Ebner die Szenen ein wenig angereichert, etwa um eine ebenso bedrohliches wie burleskes Bild im Wirtshaus. Dorthin hat der Polizist seine Elisabeth ausgeführt, auf deftige Würscht und ein dunkles Bier. Leider unter die stadtbekannte saubere Gesellschaft, den Ober- und Vizepräparator, den Amtgerichtsrat nebst Gattin, die immerhin vergeblich versucht, Elisabeths Katastophe aufzuhalten. Denn noch weiß der Schupo nichts von der Vergangenheit seiner Braut. Da wird gesabbert, gefurzt und auf Kosten der Frauen gewitzelt („Ein Äffchen ist ein kleiner Affe, was ist die Verkleinerungsform der Made???“), dass es einem - wie Elisabeth auch - den Appetit verdirbt und das Lachen im Halse stecken bleibt. 

Unbedingt hingehen und selber sehen: So farbig kann schwarz sein!'' schreibt Petra Herrmann am 2. Dezember 2018 auf KULTURA-EXTRA
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