Kritik zuCarmen
2.8/5
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Freiheit über alles
  · 01.12.18
''Regisseurin Lyndy Hume inszeniert ihre Carmen als selbstbestimmte Frau, weit weg von anrüchigen Femme fatale-Bildern. Das ist zwar keine umstürzende Neudeutung der Figur, aber auch nicht vollkommen abwegig, wird die Freiheit von ihr doch mehrfach gepriesen. 

Zusammen mit Bühnen- und Kostümbildner Dan Potra reduziert sie die Gestaltung der Spielfläche auf ein Minimum: Zwei verschiebbare Wände, eine flexible Treppenkonstruktion und hin und wieder ein paar Tische und Stühle reichen vollkommen aus, um das Drama wirkungsvoll ins Szene zu setzen. Bei der Schmugglerszene in den Bergen öffnen sich die Wände zum nachtschwarzen Sternenhimmel, ehe sie sich am Ende zur "Falle" verengen und der Tod unausweichlich ist. Die Kostüme gehen zwar in eine eher traditionelle Richtung, wirken jedoch im Zusammenspiel mit dem dezenten Bühnenbild nicht klischeehaft. (...)

Eine revolutionierende Inszenierung ist das nicht, aber trotzdem in jeder Hinsicht plausibel und szenisch bestens gemacht, entsprechend fällt der Applaus fürs Regieteam am Ende eher brav aus. Wallis Giuntas Debüt ist glänzend gelungen und wird von den Zuschauern (neben Publikumsliebling Olena Tokar) kräftig beklatscht und bejubelt.'' schreibt Eva Hauk am 1. Dezember 2018 auf KULTURA-EXTRA
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