Kritik zuCandide
2.7/5
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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Zähes Ding
  · 25.11.18
''Barrie Kosky hatte vor fünf Jahren West Side Story auf bestürzend schöne Art und Weise inszeniert! Obgleich, mit diesem Werk - es ist und bleibt DAS Stück Leonard Bernsteins - kann man eigentlich nie was verkehrt machen; es funktioniert an sich schon, Text, Dramaturgie, Musik, alles ist aufeinander abgestimmt, nichts bleibt dem Zufall überlassen, es ist einfach rund - - völlig im Gegensatz zu der viel seltener gespielten Operette nach Voltaires Candide; hier ist es, nach meiner festen Überzeugung, erstrangig der Text und die Dramaturgie (des Textes zur Musik), was ein Vollrundsein dieses merkwürdigen Opus torpediert. Es gibt eine umfässliche Stationen-Handlung, und es wird sehr viel (zu viel) in ihr gequatscht oder pseudophilosophiert; allein dass dann das Meiste, was passiert, im Weltreich von Absurdistan geortet werden könnte, gibt der endgültigen "Sicht" der Dinge einen wohlversöhnlichen Aspekt, will sagen: 

Dieses Ding hat eine unaushaltbar-unendliche Länge. Es ist zäh, es nervt, es nebuliert, kurzum: du betest - schon nach ein paar ersten Szenen - dass die Scheiße hoffentlich dann bald vorüber geht!! 

Jedoch: Es gibt untoppbare und unsterblich geword'ne Hits aus dem Candide: seine Ouvertüre, seine große Kunigunde-Arie und und und... Das Alles knall'n - unter der Leitung des kanadischen Dirigenten Jordan de Souza - Chor und Orchester der Komischen Oper Berlin und die gecasteten SolistInnen mit Charme und Witz und Verve und lauter Ungezügeltheiten auf die Bretter. Hochelektrisierend, ja!!!!'' schreibt Andre Sokolowski am 25. November 2018 auf KULTURA-EXTRA
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